AfD Stammtische

Die AfD hat in den letzten Wahlen im Landkreis Märkisch-Oderland wie auch Anderenorts erheblichen Stimmenzuwachs bekommen. In der Kommunalwahl im Mai 2019 ist sie stärkste Kraft geworden und ist mit 10 Abgeordneten in den Kreistag eingezogen. Zusätzlich sind sie in alle Stadtverordnetenversammlungen im Kreis und in Gemeindevertretungen. Bei den Landtagswahlen im September 2019 gewann die AfD zwei Wahlkreise und zog mit 2 Kandidaten aus Märkisch-Oderland in den Landtag ein. Der Kreisverband in Märkisch-Oderland ist ideologisch klar dem Flügel zuzurechnen. Deutlich wurde dies wiedermal, als sich die Mitglieder als auch der Verband klar hinter Andreas Kalbitz stellten, als dieser kürzlich von der Partei wegen seiner Verbindungen zur rechtsextremen Szene aus der Partei ausgeschlossen wurde. Immer wieder wird der Schulterschluss von Mitglieder des Kreisverbandes und aktiven Neonazis deutlich. Lars Günther als Landtagsabgeordneter ist dafür ein Paradebeispiel. Aber auch andere wie Franz Wiese – ebenfalls Landtagabgeordneter – der auf seinen „Merkel muss weg Mittwochs-Mahnwachen“ in Berlin nicht den Kontakt zu der Identitären Bewegung scheut; oder Rainer Thiel der freundschaftliche Verbindungen zu Bruderschaften und zur Reichsbürgerszene hat.

Wichtiges und regelmäßiges Datum für die AfD sind ihre an vielen Orten stattfindenden Stammtische. Auch wenn die Besucher*innenzahl gering bleibt und es meist die eigenen Leute sind, die zu diesen Veranstaltungen kommen, sind die Stammtische ein wichtiger Ort für den internen Austausch. Mittlerweile haben sich einige feste Treffpunkte im Landkreis etabliert. In Strausberg ist seit 2017 das Restaurant „Zum alten Steuerhaus“ der Ort, an dem die AfD ihre Stammtische abhält. In Müncheberg werden die Stammtische regelmäßig im „Sportlerheim“ durchgeführt. Auch in Hoppegarten im Restaurant „Mittelpunkt der Erde“ und im „Landhaus Hönow“ fanden immer wieder Veranstaltungen der AfD statt, die teilweise über das Format des Stammtisches hinausgehen, bspw. Fand dort am 10. August 2019 eine Veranstaltung des rechten und verschwörungstheoretischen „Compact-Magazins“ statt. In Rehfelde dient das Restaurant „Zur Alten Linde“ immer wieder als Ort, den die AfD nutzen kann. In Wriezen wurde bis zur Gründung des Ortsverbandes und der Einrichtung eines Bürgerbüros vor Ort das Restaurant „Zum Ferkel“ genutzt. Und in Bad Freienwalde war das Restaurant „Zur Jolpe“ immer wieder Anlaufpunkt. Die Liste könnte noch fort geführt werden. Seit 2016 gab es etliche Orte, an denen sich die AfD traf und Veranstaltungen abhielt. Aber es zeigte sich auch, dass die AfD ihre Orte auch immer wieder wechseln musste, der offene Rassismus der Partei nicht immer unwidersprochen blieb und die AfD sich neue Treffpunkte suchen musste. Die hier aufgeführten Ort sind die festen Treffpunkte der AfD im Landkreis. Die Besitzer*innen müssen als Sympathisant*innen der AfD betrachtet werden und die aktive Unterstützung in Bezug auf das Bereitstellen von Treffpunkten eine wichtige Infrastruktur für die Partei bietet.

Wenn auch nicht immer unwidersprochen, so finden die Stammtische und Treffen der AfD doch in der Regel völlig unbehelligt statt. Wir finden, das ist kein Zustand! Weder in der Stadt noch auf dem Dorf, darf die AfD ohne lauten und offenen Widerspruch agieren. Wir verstehen „Kein Acker der AfD“ als einen Aufruf, auch in ländlichen Regionen gegen die AfD aktiv zu werden und für eine offene und solidarische Gesellschaft zu kämpfen.

AfD-Ortsverband Strausberg — eine Zustandsbeschreibung

(Geklaut von Inforiot: https://inforiot.de/afd-ortsverband-strausberg-eine-zustandsbeschreibung/)

Der AfD-Ortsverband lässt sich kurz und einfach als unseriös und desolat beschreiben. Das zeigen die fehlenden thematischen Bezugnahmen und schlechte inszenierte bürger_innennähe. Der „AfD Ortsverband Strausberg i.G.“ tritt zu den Wahlen für die Stadtverordnetenversammlung am 26. Mai mit fünf Kandidaten an. Der Ortsverband an sich ist jedoch in einem sehr desolaten Zustand, weshalb sich die Frage stellt, warum solche Personen überhaupt zur Wahl antreten und vielmehr noch, warum solche Leute auch noch gewählt werden sollten. Bisher hat sich der Ortsverband und seine Kandidaten kaum bis gar nicht zu kommunalpolitischen Themen geäußert. Lediglich eine Facebook-Seite unter dem Titel „AfD-Freunde Strausberg“ haben in den letzten Monaten zwei Strausberg-spezifische Themen aufgegriffen und so etwas wie Wahlkampf suggeriert. Wie offiziell die Seite ist, bleibt jedoch fraglich. Darüber hinaus thematisiert der Ortsverband nichts für Strausberg.

Das Wahlprogramm für die einzelnen Gemeindevertretungen im Kreis entspricht dem Wahlprogramm für den Kreistag, somit gibt es keinerlei lokale Spezifizierungen oder Anpassungen. Was für den Kreis gut ist, muss dann auch für jede Gemeinde gut sein. Entsprechend sind auch die Wahlplakate ohne jeglichen Gemeindebezug, ja nicht mal mit Kommunalbezug.

Die einzelnen Kandidaten haben sich bisher auch nicht sonderlich bemerkbar gemacht. Bei Infoständen im Stadtgebiet sind nicht einmal annähernd alle Kandidaten auf getaucht.

Als Aktivster im – sich weiterhin in Gründung befindenden – Ortsverband ist Rainer Thiel zu bezeichnen. Er versucht seit mehr als einem Jahr den Ortsverband zu gründen, ist regelmäßig bei AfD – Veranstaltungen im Kreis anzutreffen und unterhält engen Kontakt zum Verschwörungstheoretiker und stramm Rechten Lars Günther aus Bad Freienwalde (siehe auch: https://inforiot.de/lars-guenther-rechter-netzwerker-verschwoerungstheoretiker/).

Facebook-Profilfoto von Rainer Thiel

Auch Thiel scheint eher dem stark rechten Spektrum der AfD nicht abgeneigt, was beim Posieren mit rechten Symbolen, wie der Reichsflagge zu sehen ist. Von alten bekannten wir er auch als „Reichsdepp“ bezeichnet. Neben den anhaltenden Gründungsversuchen einer AfD-Ortsgruppe in Strausberg widmet sich Rainer Thiel den Stammtischen die mehr oder weniger regelmäßig im „Zum Alten Steuerhaus“ in Gladowshöhe stattfinden. Bei diesem Format versucht die AfD Bürgernähe zu suggerieren, was fraglich bleibt, da von einem kleinen Stammpublikum auszugehen ist.

Uwe Reuter als weiterer Kandidat ist neben seiner nicht existenten Kommunalpolitik noch Radiomoderator bei „LightbeatRadio“ — einem freien Internetradio, das aus dem „eigentümlich frei“ — Magazin entstanden ist. Dieses Magazin hat sich der Verbreitung von „Alternativen Fakten“ verschrieben. Hier wird u.a. CO2 als Treibhausgas als Mythos erklärt, sich aber auch gegen Genderpolitik, Gewerkschaften und anderen progressiven Strömungen ausgesprochen und entspricht damit einer light Variante des „Compact-Magazins“.

Gerhard Deutsch als weiterer Kandidat ist zufällig Vater eines in der ehemaligen Strausberger Kameradschaft „ANSDAPO“ aktiven Neonazis – der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm.

 

Infostand am 18. Mai in der Strausberger Altstadt

 

v.r.n.l.: Lars Günther, Rainer Thiel, Uwe Reuter, Franz Wiese und 2 AfDler aus Marzahn-Hellersdorf

Ein schlechter Versuch, seriös und bürgernah aufzutreten, stellte der AfD-Infostand am vergangenen Samstag, den 18. Mai dar.

Rainer Thiel und Uwe Reuter betreuten mit Unterstützung von zwei Vertretern des Verbandes Marzahn-Hellersdorf, die eigens mit Wahlkampfbus angereist sind, den Infostand und versuchten einige Flyer los zu werden und ins Gespräch zu kommen. Auch mit dabei waren Franz Josef Wiese (MdL aus Neutrebbin) und Lars Günther, die vergeblich versuchten Gespräche zu führen. Wiese ist nicht nur Mitglied des Landtages und steht für die kommende Landtagswahl auf Platz 11 der Landesliste, er ist auch Anmelder der rechten „Merkel-muss-weg-Mittwochsmahnwachen“ in Berlin (siehe auch: https://inforiot.de/afd-in-mol/) und Steuerhinterzieher (siehe auch: https://www.bz-berlin.de/berlin/umland/finanzamt-pfaendet-afd-politiker-weil-er-steuern-nicht-zahlte)

In der Eigendarstellung der AfD war es ein florierender Stand mit viel Publikum, was schlichtweg eine erneute Falschdarstellung ist – anstelle bei Gesprächen öffneten die AfDler eher beim Mittagessen ihre Münder.

Eine Gegenmeinung wollte die AfD nicht zulassen. Menschen mit konträrer Meinung, die bereit waren über Unstimmigkeiten zu diskutieren und die pluralistische Meinungsbildung, wie sie im Rahmen eines demokratischen Prozesses zulässig sein müsste, wurden abgelehnt und mit Hilfe der Polizei weg geschickt. Zusätzlich haben die AfDler die Personen abfotografiert, obwohl das rechtlich nicht zustände.

 

Fazit

 

Alles in allem lässt sich festhalten, dass der immer noch in Gründung befindliche Ortsverband in Strausberg, sowie die zur SVV-Wahl aufgestellten Kandidaten sehr unseriös auftreten. Alle Kandidaten besitzen keinerlei Erfahrung in Kommunalpolitik und interessieren sich auch reichlich wenig für entsprechende Themen. Wer diese Kandidaten wählt, darf sich nicht wundern, wenn die Kommunalpolitik unfähiger wird.

AfD Märkisch-Oderland — Analyse der Kreistagsabgeordneten

(Geklaut von Inforiot: https://inforiot.de/afd-maerkisch-oderland-analyse-der-kreistagsabgeordneten/)

Bei den vergangenen Kommunalwahlen ist die AfD stärkste Kraft in Märkisch-Oderland geworden. Wir haben einige Infos zu den Abgeordneten und den Landtagskandidaten zusammengetragen. Bei den Kommunalwahlen im Mai diesen Jahres ist die AfD in Märkisch-Oderland mit 17,7% der Stimmen stärkste Kraft in der Region geworden. Damit hat sie 10 Sitze im Kreistag bekommen. Im folgenden sind die aktuellen Kreistagsabgeordneten der AfD in Märkisch-Oderland näher beleuchtet und Hintergrundinformationen zusammen getragen. Einige von ihnen kandieren zu dem entweder per Listenplatz oder als Direktkandidat für den Landtag. Die rein männliche Kreistagsfraktion hat einen gut aufgestellten und inhaltlich an der völkischen Sammlungsbewegung „Der Flügel“ orientierten Kreisverband hinter sich. Es gibt mehrere Ortsverbände im Landkreis, mehrere Büros, eine gute Infrastruktur, die über den Kreis hinaus genutzt werden kann, sowie eine gute Vernetzung zu AfD-Politikern im ganzen Bundesgebiet und rechten Aktivisten von Identitärer Bewegung bis zu kameradschaftlich organisierten Neonazis. Diese Vernetzung wird immer wieder deutlich, wenn Aktive aus dem Kreisverband Veranstaltungen organisieren und rechte Aktivisten nicht nur willkommene Gäste sind, sondern auch an der Realisierung der Veranstaltung mitwirken, wie zuletzt bei der Auftaktveranstaltung von Heimatliebe Brandenburg im August 2018, wo Jannik Brämer beim Aufbau half.

Detlev Frye

Detlev Frye

Der in Lebus wohnende Detlev Frye gehört mit zu den AfDlern der ersten Stunde. Seit 2014 sitzt er für die AfD im Kreistag von Märkisch-Oderland und ist ebenfalls Stadtverordneter in Lebus. Seit spätestens 2015 fungiert er auch als Landespressesprecher der AfD in Brandenburg. Seine Erfahrungen als freier Journalist konnten ihm beim Erlangen des Postens sicher helfen. Er ist stetig bei rechten Veranstaltungen im Landkreis und darüber hinaus anzutreffen und scheut auch nicht den Kontakt zu organisierten Neonazis. Er unterzeichnete die sogenannte Erfurter Resolution – das Positionspapier der völkischen Organisation „Der Flügel“ — und ist damit nur ein Beispiel für die inhaltlich Nähe des Kreisverbandes zum „Flügel“. Im Bundestagswahlkampf bezeichnete er Geflüchtete als Invasoren und machte dort seine rassistische Position deutlich. Für die kommende Landtagswahl steht er auf Listenplatz 20 und könnte bei einem guten Abschneiden der AfD in der kommenden Wahl durchaus in den Landtag einziehen.

Falk Janke

Falk Janke (links) bei einer Reportage von Seelow TV

Falk Janke hat bereits eine lange Karriere in verschiedenen rechten Parteien hinter sich und sitzt seit mindestens 2008 in der Stadtverordnetenversammlung von seinem Wohnort Seelow. Er war jahrelang Mitglied in der „Schillpartei“ und schaffte es dort sogar zum Landesvorsitzenden in Brandenburg. Die „Schillpartei“, welche offiziell „Partei rechtsstaatlicher Offensive“ hieß, war eine rechtskonservative Kleinstpartei, die sich im Jahr 2000 gegründet hat. 2005 gründete Janke die Partei „Die Rechte. Volksnah, sozial, rechts“ und war dort Vorsitzender. Diese Partei erreichte jedoch nie eine relevante Größe, sodass Janke schließlich 2015 zur AfD wechselte. Anfangs weigerte sich jedoch noch die Kreistagsfraktion der AfD in Märkisch-Oderland Janke aufgrund seiner Vergangenheit und seiner rechtsextremen Tendenzen in ihre Fraktion aufzunehmen. Der Landesverband übte daraufhin zu Gunsten Jankes Druck auf den Kreisverband aus, was zu einem Ausstieg von dem gewählten Kreistagsabgeordneten Wilfried Dreger aus der AfD führte und die Fraktionsbildung der AfD mit Janke ermöglichte. Janke selbst ist zur Kommunalwahl 2014 mit der Wählergruppe „Freiheit, Arbeit, Werte – Mut zur Wahrheit“ angetreten. Rückblickend auf die letzte Legislaturperiode ist für den Kommunalpolitiker das Entscheidenste gewesen, die elektronische Gesundheitskarte für Geflüchtete im Landkreis verhindert zu haben und so einen der letzten Landkreise zu erhalten, der sich damit strickt gegen ein besseres Leben und eine bessere Gesundheitsversorgung für Geflüchtete einsetzt. Weiterhin ist er in dem Medienbüro von Seelow-Tv aktiv, welches an das „Bürgerbüro“ des Landtagsabgeordneten Franz Weise angeschlossen ist. Er hat dort nicht nur ein eigenes Format „Im Anschluss mit Janke“, er drehte über dieses Büro auch Imagefilme für die AfD, in denen er meist als Protagonist und Journalist auftrat. Die Domain www.falkjanke.de führt mittlerweile auch direkt zu Internetpräsenz von Seelow-TV. Seinen Lebensunterhalt verdient Janke zur Zeit durch seine Arbeit als Büroleiter des rechtsaußen AfDler Petr Bystron im Bundestag.

Maurice Birnbaum

Wahlkampffoto von Maurice Birnbaum

Maurice Birnbaum war lange Zeit für die FPD politisch aktiv und kann auf eine lange Arbeit als Kommunalpolitiker in seinem Wohnort Hoppegarten zurückblicken. Bei den letzten Kommunalwahlen trat er dann schließlich für die AfD an. Grund dafür könnte sein, das er zur Zeit eine „kommunistische, sozialistische Politik“ in Brandenburg sehe, die ein „Erwachen der Brandenburger“ als Gegenreaktion bedarf und die Menschenfeindlichkeit von wirtschaftsliberalen scheinbar nicht mehr ausreiche, um dieses „Erwachen“ hervorzurufen. Schließlich bekam er nach diesen Worten bei der Bewerbungsrede für einen Landtagslistenplatz immerhin Platz 26 auf der Landesliste. Und es reichte auch noch, um eine Veranstaltung mit den rechten Größen der AfD Brandenburg – Kalbitz und Gauland – am 4. Mai 2019 zu moderieren. Sein aktuelles Wahlkampffoto ziert übrigens eine Tasse mit der Aufschrift: „Political Correctness Nein Danke“.

Jörg Lilienkamp

Jörg Lilienkamp

Ist erst seit kurzem für die AfD aktiv und politischer Neuling. Er war an der Gründung des Ortsverbandes Wriezen im April 2018 beteiligt und ist dort stellv. Vorstand. Darüber ist er auch in die Einrichtung eines „Bürgerbüros“ in Wriezen eingebunden gewesen. Seit den Kommunalwahlen im Mai 2019 sitzt Lilienkamp für die AfD nicht nur im Kreistag, sondern auch in der Stadtverordnetenversammlung von Wriezen (im Bauauschuss). Bisher gab es weder bedeutende politische Verlautbarungen oder Aktivitäten seinerseits. Seine Wahl kann durch seine Arbeit als Ortswehrführer der Schulzendorfer Feuerwehr und als ansässiger Landwirt erklärt werden. Durch diese Tätigkeiten kann er auf Rückhalt in der lokalen Bevölkerung bauen. Zur Kreistagswahl hat er in seinem Wahlkreis die 2. meisten Stimmen bekommen und war damit aus dem Stand erfolgreicher, als sein Mitkandidat und Landtagsabgeordneter Franz Wiese.

Erik Pardeik

Der selbstständige Physiotherapeut aus Altlandsberg ist 1. stellvertretender Kreisvorsitzender. Er sitzt außerdem im Ortsbeirat von Bruchmühle und tritt bei den Landtagswahlen als Direktkandidat für den Wahlkreis Märkisch-Oderland II an. Er ist Mitverwalter der AfD-MOL Website und lädt dort regelmäßig Beiträge hoch. Seit mindestens 2014 ist Erik Pardeik Mitglied der AfD. Er nahm 2015 an der Veranstaltung mit Frauke Petry im Bürgerhaus Neuenhagen sowie 2016 am AfD Mitgliederparteitag in Stuttgart teil. Auf Facebook teilt er regelmäßig die Beiträger seiner „politischen Mitstreiter_innen“.

Stefan Weiß

Erik Pardeik

Mike Pravida

 

 

Mike Pravida

Pravida ist Heizungsmonteur in Petershagen. Im Mai 2019 wurde er als einziger AfD-Kandidat aus Petershagen-Eggersdorf mit über 3.000 Stimmen in die Gemeindevertretung gewählt. Da er der einzige Mandatsträger der AfD ist, sitzt er als Fraktionsloser in der Gemeindevertretung. Die Besetzung der Ausschüsse konnte bei der konstituierenden Sitzung im Juni 2019 noch nicht abschließend erfolgen und erfolgt Ende August, es bleibt abzuwarten, wie und ob Pravida in Erscheinung tritt.

Stefan Weiß

Der Strausberger Stefan Weiß ist beruflich als Beamter tätig und schon sehr lange Mitglied im Kreisverband. Er ist Beisitzer im Kreisvorstand der AfD-MOL und war gemeinsam mit Erik Pardeik, Franz Josef Wiese, Christina Schade und Dirk Lindner beim Mitgliederparteitag 2016 in Stuttgart. Gemeinsam mit Rainer Thiel versucht er seit geraumer Zeit einen Ortsverband in Strausberg zu gründen, was ihnen allerdings nicht wirklich gelingt.

Rainer Thiel

Facebook-Profilfoto von Rainer Thiel

Thiel ist wie Stefan Weiß Beisitzer im AfD Kreisvorstand. Als Aktivster im – sich weiterhin in Gründung befindenden – Ortsverband Strausberg ist Rainer Thiel zu bezeichnen. Er versucht seit mehr als einem Jahr den Ortsverband in seinem Wohnort zu gründen, ist regelmäßig bei AfD-Veranstaltungen im Kreis anzutreffen und unterhält engen Kontakt zum Verschwörungstheoretiker und stramm Rechten Lars Günther. Auch Thiel scheint eher dem stark rechten Spektrum der AfD nicht abgeneigt, was beim Posieren mit rechten Symbolen, wie der Reichsflagge zu sehen ist. Von alten bekannten wir er auch als „Reichsdepp“ bezeichnet. Neben den anhaltenden Gründungsversuchen einer AfD-Ortsgruppe in Strausberg widmet sich Rainer Thiel den Stammtischen die mehr oder weniger regelmäßig im „Zum Alten Steuerhaus“ in Gladowshöhe stattfinden. Bei diesem Format versucht die AfD Bürgernähe zu suggerieren, was fraglich bleibt, da von einem kleinen Stammpublikum auszugehen ist.

Reinhold Patzer

Reinhold und Maria Patzer

Reinhold Patzer ist zusammen mit seiner Frau Maria-Theresia Patzer seit 2015 aktiv im Kreisverband Märkisch-Oderland. Beide wohnen in Rehfelde und haben dort im Gasthof „Zur alten Linde“ mehrere Veranstaltungen der AfD organisiert. Sie ist ehemaliges Mitglied des Kreisvorstandes und war dort langjährige Schriftführerin, er war ab 2015 Beisitzer im Kreisverband. Maria Patzer kandidierte 2014 zusätzlich auch für den Landtag, verfehlte aber den Einzug knapp. Reinhold Patzer ist bei den vergangenen Kommunalwahlen neben den Kreistag auch in die Gemeindevertretung von Rehfelde eingezogen. In der Gemeindevertretung ist ihm der Vorsitz für den Bildungsausschuss zugefallen, da sowohl Linke als auch CDU diesen nicht wollten.

Franz Josef Wiese

Wiese ist seit 2013 Parteimitglied und gilt damit als AfDler der ersten Stunde. Zur Landtagswahl 2014 wurde er dann in den Landtag gewählt. Als völlig politisch unerfahren war sein Anspruch an die Arbeit im Landtag auch auf das Minimalste beschränkt. So wollte er anfangs nur in den Plenarsitzungen erscheinen, wenn es wirklich wichtig sei und viel lieber im Land herumreisen, sowie Akten studieren seinen Referenten überlassen. Im Jahr 2017 rückte Wiese kurz in den Fokus, weil seine Parlamentsbezüge, aufgrund nicht gezahlter Steuern, vom Finanzamt gepfändet wurden. Den Listenplatz 11 bei der kommenden Landtagswahl können durch die Steuerhinterziehung und das Reisen durch das Land kaum erklärt werden, wohl aber sein politischer Werdegang in den letzten Jahren. Der eigentlich aus Bayern stammende Unternehmer mietete zum Landtagswahlkampf 2014 einige Räume in Seelow an, die zur Wahlkampfzentrale des Landes wurden. Nach Einzug in den Landtag wurden wie Räume in der Berliner Straße 4 in Seelow zu seinem Bürgerbüro. Angeschlossen an dieses Büro hatte sich ein Medienbüro des Lokalsenders Seelow-TV. Neben Imagefilmen für die AfD, die hier produziert wurden, hatte auch Falk Janke hier sein eigenes Format bekommen.

Franz Wiese im Büro von Seelow TV

Wiese ist einer der Erstunterzeichner der „Erfurter Resolution“ den Gründungsdokument des völkischen „Flügels“ der AfD. Ab diesem Zeitpunkt kann eine weitere Rechtsausrichtung von Wiese beobachtet werden, der sich 2014 noch über ehemalige NPDler in der AfD aufregte und einen gemäßigten Kurs verfolgte. Folgend griff er die rechte Forderung „Merkel muss weg“ auf und organisiert seit dem 16. November 2016 kontinuierlich die „Merkel muss weg Mittwochsmahnwachen“ vor dem Bundeskanzleramt oder in unmittelbarer Nähe. Auch wenn Wiese der Hauptorganisator und Anmelder ist, so ist die Realisierung dieser Mahnwachen vor allem in der Anfangszeit auch durch die im Kreisverband Aktiven, Lars Günther und Detlev Frye, zurückzuführen. Prominente Gäste bei den Mahnwachen waren beispielsweise A. Gauland und B. Höcke, sowie immer wieder Aktivisten der Identitäten Bewegung um Robert Timm. Im gleichen Jahr war Wiese auch an der Gründung der „Akademischen Erasmus Stiftung e.V.“ (AES) beteiligt und ist seit dem Beisitzer im Vorstand der Stiftung. Die Stiftung gilt nicht nur als AfD-nah, sondern hatte sich selbst den Titel der offiziellen Parteistiftung gegeben und hat lange Zeit um diesen Titel mit anderen Stiftungen konkurriert. Diesen Konkurrenzkampf hat die AES schließlich gegen die „Desiderius Erasmus Stiftung“ verloren. Im Jahr 2018 trat Wiese bei der Mobilisierung gegen die dezentrale Unterbringung von Geflüchteten in Seelow in Erscheinung. Unter dem Motto „Nein zum Ghetto“ mobilisierten Anwohner*innen und die AfD gegen die Unterbringung. Bei einer Versammlung suchte Wiese das Gespräch mit kameradschaftlich organisierten Neonazis aus der Region. Bei den letzten Wahlen zum Kreistag ist Wiese schließlich auch in den Kreistag eingezogen.

 

 

Weitere Landtagskanditaten

Neben den hier schon genannten Landtagskandidaten (Franz Wiese, Landeslistenplatz 11 und Direktkandidat; Detlev Frye, Landeslistenplatz 20; Maurice Birnbaum, Landeslistenplatz 26; Erik Pardeik, Direktkandidat) gibt es noch zwei weitere Kandidaten aus dem Landkreis: Lars Günther (Listenplatz 25 und Direktkandidat) sowie Ute Bienia-Habrich (Direktkandidatin).

Zu Lars Günther ist an andere Stelle schon viel gesagt worden: https://inforiot.de/lars-guenther-rechter-netzwerker-verschwoerungstheoretiker/

Kurz ist nur noch zu erwähnen, dass die Facebook Präsenz „Heimatliebe Brandenburg“, der Versuch Günthers ein Pendant zur „Zukunft Heimat“-Bewegung im Nord-Osten aufzubauen nun eine seiner offiziellen Wahlkampfseiten geworden ist. Mittlerweile gibt er auf Wahlkampfmaterialien auch nicht mehr seine Privatadresse die Rosmarinstraße 14 in Bad Freienwalde an, sondern verwendet die Adresse des „Bürgerbüros“ in Wriezen in der Wilhelmstraße 20.

Ute Bienia-Habrich eigentlich im Kreisverband des Landkreises Oder-Spree aktiv ist Direktkandidatin für den Wahlkreis 31 und damit für Gemeinden als Märkisch-Oderland und Oder-Spree im Berliner Speckgürtel. Sie lebt in Woltersdorf und ist dort Chefin eines Transport- und Logistikunternehmens. Im Kreisverband LOS ist die 4‑fache Mutter aktuell Schatzmeisterin.